Naja. Jon Rubinstein

ist in erster Linie ein Hardware-Designer und wurde mit den Software-Designern zusammen bei Palm an Bord geholt um Software mit Hardware abzustimmen.
Das Hardware-Design, die Aufgeräumtheit in den Geräten und die Konstanz von Geräte-Teilen innerhalb der Produktlinie ist schon bemerkenswert,
wenn man mal die Innereien von iPhone 3(G) und PalmPre/Pixi vergleicht (hab alle schonmal zerlegt). Und das ist sicherlich seine Handschrift.
Das Projekt, in 2-3 Jahre ein mobiles Linux-OS (statt ALP) mit eigenständigem GUI aus dem Boden zu stampfen, um mit den bestehenden Linux-basierten mobilen OS wie Apple und dem späteren Android zu konkurrieren, war allerdings schon eine riesige Herausforderung. Die Handschrift der Software-Entwicklung tragen da aber sicher Linux-Entwickler, wie Matias Duarte, der ja auch die erste Pre-Demo gemacht hat.
Die hätten sich erst garnicht auf diesen iTunes-Krieg einlassen sollen, sondern ein simples Interface für PC und Mac entwickeln sollen, um Titel unidirektional direkt aus den iTunes-Foldern auf den Pre zu bringen.
Dann hätte man Apple sein Räppelchen mit dem iTunes-Store gelassen und trotzdem die Musik auf den Pre gebracht. Ausser (Negativ-) Schlagzeilen hat die damalige iTunes-Piraterie ansonsten nichts eingebracht.
Die cleveren Ideen, ein System mit HTML-Programmierten Apps zu füllen, war seiner Zeit und der Hardware vorraus.
Was die Hardware betrifft, war die irgendwo veröffentliche Demo bezeichnend, dass webOS auf dem iPad dem TouchPad in der Performance davongelaufen ist.
Was die Vision HTML-Apps betrifft, sieht man bei der Demo von Apples iWorks im Browser oder Google Docs, wie weit man mit dieser Technik kommt.
Letztendlich ist Palm an der Umsetzung dieser gewaltigen Koordination von Software- und Hardware-Design gescheitert, weil nicht DIE erhofften super-performanten Geräte dabei herausgekommen sind, und Wackel-Slider, ruckelnde UI's und stockende Apps schlecht für Performance und Markt-Akzeptanz gewesen sind.
Gemessen an der Tatsache, dass Palm.Inc viel zu spät kapiert hat, wo der Hase läuft und mit geschickten Verkäufen und Käufen den Laden irgendwie mit PalmOS noch über Wasser gehalten haben, war webOS ein bemerkenswerter Kraftakt und die Arbeit von Jon Rubinstein und dem Software-Team sind dahingehend unglaublich gut gewesen.
Aber man kann mit so ein paar Piepels und wenig Kohle einfach nicht alles reißen. Die hatte einfach kein Geld, um Projekte, wie MotionApps-Classic selbst zu stemmen. Und dann haben Firmen wie DataViz, die unter PalmOS durch Palm erst hochgekommen sind, WebOS und Palm noch einen Tritt ins Kreuz verpasst.
Den Verkauf an HP haben aller Wahrscheinlichkeit nach die "Investoren im Hintergrund" in die Wege geleitet, um noch ihre zuvor geleistete Finanzspritze in letzter Minute zurückzuerhalten.
Apropos PalmOS: das war die geniale Idee und Umsetzung von Software-Entwickler Jeff Hawkins und wurde bis zum Ende 2009 im Grunde genommen nur weiter "gepatcht".
Und was ist eigentlich aus Ed Colligan geworden?
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