Hobbyprogrammierer /-entwickler: freiberufliche oder gewerbliche Tätigkeit?

Willkommen!

Wenn du im Nexave-Forum mitmachen möchtest, schreib an community@nexave.de. Wir haben die Registrierungsfunktion in unserem Diskussionsforum nämlich deaktiviert, weil sich praktisch nur noch Spammer und Werbebots registriert haben. Per E-Mail sind wir dir gern behilflich, einen Account anzulegen.
  • Ein Unternehmen ist auf maximalen GEwnn ausgelegt.

    Erfolgreiches Unternehmertum zeichnet sich durchaus auch dadurch aus, andere Belange zu berücksichtigen. Sozialen Frieden z. B. Oder die ach so modern gewordene "Nachhaltigkeit". Krupp hat z. B. seinen Arbeitern Häuser gebaut. In der Siedlung Altenhof konnten ehemalige Betriebsangehörige kostenlos wohnen. Andere Konzerne finanzieren Kindergärten oder engagieren sich im Umwelt- oder Tierschutz. Langfristig zahlt sich sowas aus. Auch wenn es als Negativposten in der Bilanz erscheint. Genau wie die Steuern und sonstigen Abgaben. Aber vielleicht brauchst Du noch ein bisschen mehr Lebenerfahrung, um zu erkennen, wie weit wir alle miteinander verflochten und auf einander angewiesen sind.


    Immer tiefer im OT versinkende Grüße


    Carsten

  • Außer in Hatterode


    Ich habe mal geguckt, wo das liegt. Es liegt auf meinem Rückweg vom Ostseeurlaub - demnächst. Falls ich da durchkommen sollte, was ich nicht glaube, werde ich nach Dir mal fragen in diesem winzigen Dörfchen von gerade mal knapp 500 Menschen.


    Aber mal wieder Topic-Off-Topic: wenn die Müllabfuhr mal anständig streikt, sind wir ganz schnell am Ende. Neapel war schon krass.


    Steuern sind doch nicht Verlust. Es sind Löhne für Menschen, die für die Allgemeinheit arbeiten. Und dér Mindestlohn für Pflegekräfte (heute in der ARD) ist das Mindeste, was hier abgehen muss.


    Wie krank sind wir eigentlich in der Beurteilung staatlicher Fürsorge?


    Slubber


    Ich weiß: Ignorierlisten sind kein Hobby von mir.

  • Falls ich da durchkommen sollte, was ich nicht glaube, werde ich nach Dir mal fragen in diesem winzigen Dörfchen von gerade mal knapp 500 Menschen.

    Du bist herzlich eingeladen. A7, Abfahrt Nr. 89 Niederaula. Einzelheiten gerne per E-Mail oder PN. 500 ist aber um fast 50% zu hoch gegriffen. ^^

  • Naja, wenn ein Unternehmen einen Kindageraten finanziert, dann wird das meist nur zur Image-Verbesserung betrieben.
    Sicherlich brauche ich noch einiges an Lebenserfahrung, aber ich bin ja noch jung ;)


    Trotzdem denke ich, dass ein Unternehmen nicht gerne Steuern zahlt. Sicherlich, es muss sein.
    Neulich habe ich von einem Fall in der Zeitung gelesen, wo sich zwei Polizisten um einen 15-Euro-Strafzettel gestritten haben. Letzendlich kam die Sache vor Gericht. Bei solchen Sachen könnte ich kotzen.


    Solange man die Steuern legal senken kann, ist es m.E. Moralisch gut vertretbar.

  • Trotzdem denke ich, dass ein Unternehmen nicht gerne Steuern zahlt.


    Ich denke, es ist zuviel verlangt, diesen Schritt zu gehen: "Steuern ist weggeworfenes Geld". Dieses Gefühl wurde uns Deutschen vermittelt. Und daran ist die Kulturpolitik schuld.


    Ich.


    Das ist das Wort der Stunde. Und ich finde es dumm.


    Slubber


    Johnny TX: Deine Gedanken sind wirklich ehrenhaft.

  • Um mal halbwegs OnTopic zu werden: ;)

    ]Du klingst als ob du dich ausfürlich informiert hättest. Könntest du kurz eine Quelle angeben? Ich habe bisher nur das Wort meiner Finanzbeamtin.


    Eine gute Anlaufstelle für Erstinformationen/Beratung sind die Webseiten der verschiedenen IHK´s. Dort findet man jede Menge und vor allem aktuelle Informationen, die im Steuerrecht unerlässlich sind.
    Übrigens ist ein Beratungstermin vor Ort bei der IHK kostenlos! (Die bekommen nämlich genug Kohle der Unternehmer) Sind natürlich keine Steuerexperten, können aber trotzdem meistens die richtigen Flyer in die Hand drücken :lacht:


    Gruß, L3v3l


    P.S.: Auch wenn eine Finanzbeamtin "Ratschläge mündlich verteilt": Im Streitfall interessiert sich da keiner für! Also besser vernünftige Quellen auftun (sprich: schriftliches).

  • Jetzt haben wir's beisammen: Bürokratie und Steuern. Für einfache App-Entwickler IMHO ist das im richtigen Leben praktisch irrelevant. Das muß man hier mal ganz klar festhalten, um niemanden abzuschrecken.


    Freiberufler mit rein immateriellen Dienstleistungen und sehr geringem Ressourceneinsatz (Heimbüro) fahren sehr gut mit der Kleinunternehmerregelung. U.a. darf man die Steuererklärung durch eine GuV erledigen - in welcher man wiederum sehr informell seine tatsächlichen Aufwendungen anrechnet, ohne daß irgend ein Finanzbeamter gleich anfängt zu diskutieren. Auf Rechnungen für Endverbraucher kann man die Kleinunternehmerregelung vermerken. Oder man ist Arzt oder Anwalt. Auf Rechnungen an Firmen wie Palm schreibt man die Ust-Nr. Wichtig ist, daß man keinen Warenumsatz hat. Für die Apps gilt sicher irgendeine Lizenzregelung, aber es ist kein Warenumsatz.


    Exkurs:
    Mir wurde das damals (8 Jahre her) als innoffizielle Subvention von freiberuflichen immateriellen Dienstleistungen erklärt. Diese Konstellation ist nämlich durch die Umsatzsteuerregelung prinzipbedingt sehr benachteiligt, da die Umsatzsteuer hier nicht als Durchlaufposten funktioniert. Ich fürchte es wird schwierig, verbindliche Literatur hierfür zu finden...


    Bsp.: Ich setze auf meine Rechnungen den Vermerk "Kleinunternehmerregelung"
    --> mein Auftraggeber darf die 19% nicht mehr als Vorsteuer von seiner Umsatzsteuervorauszahlung abziehen
    --> ich muß meine Stundensätze um 19% kürzen, um ihn nicht zu verprellen
    --> Meine eigenen Aufwendungen sind größtenteils Lebenshaltungskosten. Dafür muß ich immer 19% zahlen und kann diese nicht als Vorsteuer geltend machen!


    Andererseits muß man zugeben, daß Dienstleistungsunternehmen ihre Aufträge gerne an freiberufliche Kleinunternehmer unterbeauftragen, allein um diese Umsatzsteuer-"Subvention" mitzunehmen und die Kosten zu drücken.

  • Bsp.: Ich setze auf meine Rechnungen den Vermerk "Kleinunternehmerregelung"
    --> mein Auftraggeber darf die 19% nicht mehr als Vorsteuer von seiner Umsatzsteuervorauszahlung abziehen
    --> ich muß meine Stundensätze um 19% kürzen, um ihn nicht zu verprellen
    --> Meine eigenen Aufwendungen sind größtenteils Lebenshaltungskosten. Dafür muß ich immer 19% zahlen und kann diese nicht als Vorsteuer geltend machen!


    Du berechnest ihm die 19% ja auch nicht und er zahlt sie nicht an dich.
    Vorsteuer aus Lebenshaltungskosten darf niemand als Vorsteuer einsetzen. Ich betone "darf". Dass es zB kaum einen PC oder Pre gibt, die ausschließlich betrieblich von einem Freiberufler genutzt werden, ist ein anderes Ding.


    Frage: Auch der Kleinunternehmer erhält eine UStID?

  • Alle Kleinunternehmer in meinem Bekanntenkreis haben sie.


    Hobby-App-Entwickler = optierender Kleinunternehmer mit Ust-Nr, aber ohne Umsatzsteuer. Im App-Catalog sehe ich keine MwSt-Angaben, d.h. der App-Entwickler ist Kleinunternehmer und der Pre-User ist Endverbraucher. Dazu ist nichtmal eine Grauzone nötig.


    EDIT

  • der App-Entwickler ist Kleinunternehmer und der Pre-User ist Endverbraucher


    Das stimmt so nicht. Erstens ist nicht jeder Entwickler Kleinunternehmer und außerdem hat der Entwickler mit dem Endverbraucher gar nichts am Hut, sondern nur mit Palm!


  • Oh, okay. Trotzdem bucht Palm die Lizenzgebühren vom Anwender ab und transferiert den Anteil an den Entwickler.

  • @ wiwa
    Es gibt keine Grauzone. Nur das vermischen von Fachbegriffen mit Umgangssprache und fehlendem Hintergrundwissen.
    USt-Nr. gibt es nicht! Es gibt eine Steuernummer (Die üblicherweise für die Abgabe von ESt- und USt-Erklärungen benutzt wird) und es gibt die USt-ID-Nr. die man beantragen kann, sobald man gewerblich tätig wird.Diese wird im internationalen Geschäftsverkehr benutzt um den Rechnungsempfänger auf einer behördlichen Ebene validieren zu können (Sprich: Die mit der USt-ID-Nr. angemeldete Adresse mit der auf der Rechnung vergleichen)
    Kleinunternehmer ist ein rein steuerlicher Begriff. Der auch nur die Umsatzsteuer betrifft! Ob Du eine Einnahmen-Überschussrechnung (§4 Abs.3 EStG) erstellen musst oder eine Bilanz (§5 EStG), wird woandersgeregelt. BTW: Eine GuV ist Bestandteil einer Bilanz.

    --> mein Auftraggeber darf die 19% nicht mehr als Vorsteuer von seiner Umsatzsteuervorauszahlung abziehen


    Du stellst aber auch nur den Nettobetrag in Rechnung, also kein Verlust beim Empfänger! Tatsächlich sogar Vorteilhaft im Endkundengeschäft!

    ich muß meine Stundensätze um 19% kürzen, um ihn nicht zu verprellen


    :verwirrt: Warum solltest du auf deine Stundensätze ZUSÄTZLICH Umsatzsteuer kürzen? Das wäre doch doppelt gemoppelt, oder?

    Andererseits muß man zugeben, daß Dienstleistungsunternehmen ihre Aufträge gerne an freiberufliche Kleinunternehmer unterbeauftragen, allein um diese Umsatzsteuer-"Subvention" mitzunehmen und die Kosten zu drücken.


    Das sind dann aber solche, die das Umsatzsteuersystem offensichtlich nicht verstanden haben.


    Nich böse sein, ich will dich nicht vorführen; als ehemaliger Steuerhansel reagiere ich allerdings allergisch auf halbwahre Veröffentlichungen und Angst braucht man auch nicht zu haben; im Grunde reicht gesunder Menschenverstand und ein wenig Recherche, bzw. Beratung.


    Hat denn eigentlich noch kein anwesender(mitlesender) App-Vetreiber/Ersteller mal seinen oder irgendeinen Steuerberater zu diesem Thema befragt?
    Insbesondere gibt es durchaus Bedenken in Bezug auf die Umsatzsteuer. Stichwörter: Ist eine App eigentlich eine "sonstige Leistung" oder eine "Lieferung" i. S. d. UStG?
    Hierbei kann man sich durchaus auf den Standpunkt stellen, das die App geliefert wird (also ein "Gegenstand" ist), was zur Folge hätte das man, auch ohne Kleinunternehmer-Regelung, steuerfrei liefern könnte bei gleichzeitig vollem Vorsteuer-Abzug.

  • Nich böse sein

    Keineswegs. Ich kann ja nur schildern, womit ich die letzten Jahre gut gefahren bin und keine Probleme hatte. Dazu ist es ja ein Diskussionsforum. Solange das Fachgesimpel der Beantwortung der Thread-Frage dient. Davon waren wir ein wenig abgekommen.

  • Warum solltest du auf deine Stundensätze ZUSÄTZLICH Umsatzsteuer kürzen? Das wäre doch doppelt gemoppelt, oder?

    Es scheint hier nicht klar zu sein, wie der gemeine kleine Krauter versucht, sich in der PRaxis vorteilhaft zu verhalten, und ich möchte es hier jetzt nicht ausbreiten. Nur soviel:


    Man sollte Hobby-Entwicklern keine Angst machen. Das ist vollkommen unnötig.

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich es ja schon aufgegeben hatte, habe ich jetzt mal wieder in diesen Thread reingeschaut. Ich kann nicht sagen, dass es viel geholfen hat.
    Vielleicht könnten wir uns hier ja zusammentun und eine Art Howto für Leute schreiben, die sich als Developer bei Palm registrieren wollen, ohne zu erwarten größere Mengen Geld damit zu machen.


    Also gehen wir mal von Leuten wie mir aus (Ich kenn ja sonst keinen :)). Ich bin angestellter Entwickler und hab nur meine Steuernummer von der Lohnsteuer. Ich mache meine Steuererklärung mit einem Programm, dass mit beim jedem Schritt sagt, was ich tun muss. Ich bin also steuermäßig recht unerfahren.
    Nun hätte ich gerne einen Developer Account. Damit nicht jeder meine unglaublichen geistigen Ergüsse kopieren kann, möchte ich keinen OSS Accout. Ob ich jemals etwas damit verdiene steht in den Sternen. Vielleicht stelle ich die Apps auch kostenlos rein, aber eben nicht "open source", vielleicht verdiene ich aber auch 10 € im Jahr.


    Was muss ich also tun?! (Kursive Einträge sind aus den vorherigen Posts nicht so ganz hervorgegangen oder strittig oder ich check's nicht)

    • OK vom Arbeitgeber holen (die meisten Arbeitsverträge verlangen die Genehmigung vom Arbeitgeber).
    • Steuernummer für die Abrechnung/Versteuerung der Tätigkeit holen. (Wo? Wie? Was muss man dem Finanzamt da sagen um das richtige zu kriegen? Muss ich hier die Kleinunternehmerregelung schon geltend machen?)
    • EIN oder ITIN beantragen. (Laut link ist EIN für einen einzelnen Entwickler nicht ganz das richtige, so wie ich das verstehe, aber wenn's trotzdem funktioniert OK. Welche Dokumente brauchen die von einem?)
    • Formular W-8BEN ausfüllen und an angegebene Nummer faxen.
    • Registrierung bei Palm ausfüllen mit "Tax Identification Number" EIN oder ITIN.
    • Tja bei "Registered for VAT/GST" Yes oder No?
    • Falls "Yes" dann wohl bei "Registration Number" DE[neue Steuernummer] angeben.
    • Von nun an Einnahmen und Ausgaben aufschreiben.
    • Teil der Einnahmen für Steuer zurücklegen?!
    • Jedes Jahr pflichtbewusst seine Steuererklärung machen. (Brauche ich da jetzt mehr als mein normales WISO oder Steuersparerklärung Teil?)

    So war's das? Was sagen die Leute dazu die schon länger mit sowas Geld verdienen?


    Ach so, bitte denkt dran, das soll sowas wie "Palm Developer werden für Dummies" werden. D.h. verweise aus Paragraphen sind zwar schön, eine idiotensichere Erklärung der Selben aber noch schöner.


    Vielen Dank!

  • Hallo Leute,


    auch wenn wahrscheinlich die meisten keine Lust mehr haben hier zu antworten.. wäre jemand so gnädig mir bei einer Sache zu helfen?
    Ich habe diesen Thread schon dreimal gelesen, aber eins ist mir nicht ganz klar, was auch daran liegt dass sich hier Infos von Freiberuflern (bzw. Gewerbetreibenden) und individuellen Hobby-Programmierern mischen.


    Es geht um die US-Steuernummer die ich auch dem W-8BEN Formular eintragen muss. Durch den wahrscheinlichen Gewinn im Palm Hot Apps Wettbewerb muss ich dieses Formular wohl doch noch ausfüllen.. allerdings habe ich KEIN Gewerbe, bin kein Freiberufler, sondern einfach nur ein Hobbyprogrammierer. Ich vermute dadurch bin ich ein "Individual"?


    Die meisten hier haben ja einfach telefonisch oder per Fax eine EIN beantragt, was auch problemlos ging. Laut Infoblatt ist diese EIN aber eben nicht für individuals geeignet, sondern nur die ITIN. Die hat aber über das W-7 Formblatt eine wesentlich längere Bearbeitungszeit (4-6 Wochen), weshalb ich hier nachfragen wollte ob ich auch als Individual ohne Firma, Gewerbe etc. eine EIN beantragen kann?


    Auf dem enstsprechenden SS-4 Formblatt steht oben immerhin "entity or individual", außerdem kann ich "Sole propietor" angeben was ich ja auch bei Palm getan habe weil es nicht anders ging. Allerdings sind dann Angaben nötig wie z.B. "Started new business".


    Ich bin nur noch verwirrt, wäre dankbar wenn sich jemand kurz meldet der zumindest einen Tipp hat. Muss es die ITIN sein, geht auch irgendwie eine EIN? Danke :)