Vorab: Ich bin gegen eine verdachtsunabhängige Vorratsdatenspeicherung, ob das nun "nur" Verbindungsdaten sind oder sogar nochmehr.
Ich verstehe auch die Aufgeregtheit derer, die verstehen.
Nichtsdestotrotz habe ich mich wieder abgeregt. Ich habe mich einfach gefragt, wer um Himmels willen soll diese ganzen Daten denn wohin speichern? Ich arbeite in einem großen Unternehmen mit 1000 Mitarbeitern in Deutschland und ca. 8000 weltweit. Was meint Ihr, wie lange kann man bei uns feststellen, dass ich tatsächlich diesen Kommentar hier gepostet habe? Aufgrund der pyhsikalischen Größe des Speichermediums, auf dem diese Informationen gelogt werden ist das weniger als 48 Stunden nachvollziehbar.
Ich habe mal zum Spaß meine Telefonliste im Treo mit meinem Einzelverbindungsnachweis meines Mobilfunkanbieters abgeglichen (Hat der Azubi gemacht, muss ich ehrlicherweise sagen). Für dieses Kalenderjahr habe ich kein einziges Gespräch auf dem Einzelverbindungsnachweis, dass ich laut Treo nicht auch geführt hätte. Immerhin. Dafür fehlten aber 9 Gespräche aus Deutschland, ca. 5 % der Gespräche aus UK und alle Gespräche eines Kurzurlaubes in der Schweiz aus dem Januar...
Einer meiner Bekannten arbeitet bei einem kleineren Telekommunikations- und Internetprovider, die haben eine interne Leitregel: Wenn sie 85 % der "Einheiten" den Kunden abrechnen, dann haben sie ein "Qualitätsniveau" von 100% erreicht. Die haben zehntausende in die Datenspeicherung im Verdachtsfalle investiert und konnte trotzdem mehrmals nicht "helfen" - das hat auch überhaupt keine Priorität für das Unternehmen.
Glaubt Ihr das wird besser, wenn die Datenmenge steigt?
Ich stimme zu: Man muss das Thema im Auge behalten, darüber nachdenken, wie man es abwenden kann, aber eine sooo große Bedrohung ist es durch die normative Kraft des Faktischen nicht.